stack of colorful filigree bangles in pink and purple on a white tray on green velvet

Art-déco-Schmuck: Teil 2 Die 1930er Jahre

von Dani Chavez

Die 1930er Jahre, oft als „The Dirty Thirties“ bezeichnet, begannen mit einem der katastrophalsten historischen Ereignisse: der Großen Depression. Die Ära des Überflusses und der Ausschweifung endete abrupt am 29. Oktober 1929, aufgrund eines Wirtschaftscrashs, der die ganze Welt in Unsicherheit stürzte. In dieser Zeit kamen Diktatoren wie Hitler, Mussolini und Franco an die Macht, die den Faschismus auf die globale Bühne brachten. Darüber hinaus erlebten die Dreißigerjahre eine Reihe von Naturkatastrophen, darunter massive Überschwemmungen in China und die berüchtigte „Dust Bowl“ in den Great Plains der Vereinigten Staaten. Als das Jahrzehnt zu Ende ging, wurde die Welt in den Zweiten Weltkrieg hineingezogen, der weitreichende Zerstörung und Verwüstung nach sich zog.

black and white photograph of men in the 1930s lined up outside a building wearing coats

Männer in einer Suppenküchenschlange. Bild: Shutterstock

In früheren Zeiten konnten es sich die meisten Frauen nicht leisten, den neuesten Modetrends zu folgen und ihre Garderobe häufig zu aktualisieren. Daher verließen sie sich auf Schmuck, um ihre Outfits aufzuwerten. Der Aufstieg von erschwinglichem Modeschmuck war auf Fortschritte in Maschinen, Methoden und Technologien zurückzuführen. Der Kleiderclip war ein solches Schmuckstück, das sehr populär wurde. Er wurde als „Königin der Juwelen“ bekannt, da er an verschiedene Accessoires wie Schuhe, Gürtel, Hüte, Ausschnitte, Revers oder andere Teile des Outfits geklemmt werden konnte. Zu den wichtigsten Befürwortern des Modeschmucks gehörten Paul Flato, Coco Chanel und Elsa Schiaparelli.

two women in short black hair and white dresses show off arms covered in bracelets

Frauen in Modeschmuck, ca. 1930er Jahre. Bild: Shutterstock

In turbulenten Zeiten wandten sich die Menschen Hollywood und Filmen zu, um der Realität zu entfliehen. Eskapismus war unerlässlich, und die Menschen strömten auf die Kinoleinwände, um die neuesten Mode- und Schmucktrends zu verfolgen. Da die Kinematografie der Filme hauptsächlich Schwarz-Weiß war, musste der Schmuck groß sein, mit weißen und schwarzen Strasssteinen verziert und auf der Leinwand gut sichtbar sein. Dieser Stil erfreute sich großer Beliebtheit, und der markante Kontrast zwischen Schwarz und Weiß wurde in den 1930er Jahren zu einem gängigen Trend.

woman wearing white jacket with black and white necklace

Schwarz-Weißer Camphor-Halskette. Bild: The Gemmary

Frühe Juweliere des 20. Jahrhunderts nahmen innovative Techniken und Methoden auf und erforschten frische und kreative Designs. Die deutsche Designschule Bauhaus förderte stromlinienförmige Designs, die gezackte, lineare Muster abmilderten. Ein prominenter Trend dieser Ära war die Verwendung abgerundeter, maschinell abgeleiteter geometrischer Motive, die von verschiedenen Quellen inspiriert waren, darunter Traktoren, Züge, Flugzeuge und Automobile.

woman with short black hair looking up and wearing a lot of jewelry

Lupe Velez, MGM, 1933, Foto von Everett.

In den 1930er Jahren wurde Schmuck prominenter und gewagter. Er zeigte hyperstilisierte Designs, die Maschinenteile imitierten, um technologische Fortschritte zu kennzeichnen. Die Bauhaus-Schule hatte einen bedeutenden Einfluss auf das Design dieser Ära, indem sie industrielle und technologische Themen einbezog. Obwohl die Schule 1933 geschlossen wurde, ist ihr Einfluss auf den Stil der 1930er Jahre unbestreitbar.

a dark haired woman looks to the right and holds her arm up, while wearing large jewelrySchauspielerin Hedy Lamarr. Bild: CNET

Im frühen 20. Jahrhundert tauchten weiße Juwelen nach langer Abwesenheit wieder auf. Dieser neue Stil präsentierte monochromen Schmuck aus funkelnden, farblosen Bergkristallen, Diamanten, Saphiren und Spinellen, alle in Platin und Weißgold gefasst. Im Gegensatz zur Edwardianischen Ära hatte dieser Stil eine skulpturalere Qualität. Er gewann im Kino an Popularität und spiegelte sich im Modeschmuck der Ära wider. Die Steine wurden so geschliffen, dass ihr „Glanz“ und ihre Brillanz verstärkt wurden, was zum dramatischen Effekt des „Weiß-auf-Weiß“-Looks beitrug.

black and white close up on a woman looking down with large dangling earrings

Auffällige baumelnde „Weiß-auf-Weiß“-Ohrringe. Bild: Shutterstock

Die Art-Déco-Ära der 1930er Jahre revolutionierte das Schmuckdesign mit ihren kühnen geometrischen Formen, lebendigen Farben und luxuriösen Materialien. Sie bevorzugte insbesondere den „Weiß-auf-Weiß“-Look mit Platin und Weißgold. Beeinflusst vom Schwarz-Weiß-Kino wurde Modeschmuck zu einem Symbol für Glamour und Eskapismus, während die Prinzipien der Bauhaus-Schule funktionale und dennoch visuell auffällige Stücke inspirierten. Art-Déco-Schmuck bleibt ein zeitloses Zeugnis der Eleganz und Innovation dieser Ära, das sowohl den Zeitgeist als auch die anhaltende Kreativität menschlichen Ausdrucks widerspiegelt.


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